Empfohlen Objektive - Welche Objektive gibt es? Welche brauche ich?

Objektive - Welche Objektive gibt es? Welche brauche ich?

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Objektive: Die Augen ihrer Kamera

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen zum ersten Mal Ihre Augen und sehen die Welt neu. Genau so geht es Ihrer Kamera, wenn Sie den Auslöser betätigen. Was Ihre Kamera zu sehen bekommt, bestimmen Sie - mit dem richtigen Objektiv.

Viel wichtiger als eine leistungsstarke Kamera ist ein hochwertiges Objektiv, denn hier beginnt die Entstehung des Fotos. Fällt genug Licht herein? Wird das Foto wirklich scharf? Die Wahl der Optik hat darauf immensen Einfluss.

Zudem entscheidet immer die Perspektive über ein gelungenes Foto. Darum unser Tipp: Lassen Sie Ihre Kamera die Welt auch mal mit anderen Augen sehen.


Welcher Anschluss ist mit Ihrer Kamera kompatibel?

Zunächst einmal gilt es, Objektive zu finden, die zu Ihrer Kamera passen. Es gibt zahlreiche Objektivanschlüsse, die unter Umständen nicht oder nur via Adapter miteinander kompatibel sind. Die meisten System- und Spiegelreflexkameras sind entweder mit einem Vollformat-, einem APS-C- oder einem MicroFourThirds-Sensor ausgestattet. Wichtig zu wissen ist, dass ein APS-C-Sensor – wie er etwa bei Nikon, Canon, Fuji, Pentax und Sony häufig eingesetzt wird – viel kleiner ist als ein Vollformatsensor. Dementsprechend verlängert der APS-C-Sensor die empfundene Brennweite einer Linse um den Faktor 1,5 beziehungsweise bei Canon um 1,6. Man bezeichnet diesen Vergrößerungseffekt als Crop-Faktor. Der FourThirds-Sensor, der bei Panasonic und Olympus eingesetzt wird, weist noch einmal ein ganz anderes Seitenverhältnis auf, wodurch ein Crop-Faktor von 2,0 entsteht. Achten Sie beim Kauf immer darauf, ein Objektiv zu wählen, das mit dem Sensor Ihrer Kamera kompatibel ist.


Die wichtigsten Buchstabenkürzel der Objektivbezeichnungen

Wenn Sie sich die verschiedenen Bezeichnungen und Produktnamen der Objektive anschauen, wird Ihnen auffallen, dass es allerhand Kürzel gibt, die gerade auf Laien etwas kryptisch wirken. Dabei geben sie wertvolle Informationen über wichtige Eigenschaften des Objektivs. Zu den wichtigsten Abkürzungen gehören:

  • EF und EF-S bei Canon Objektiven: EF-S-Modelle eignen sich nur für APS-C-Kameras, während EF-Objektive auch an Vollformatkameras eingesetzt werden können
  • DX ist das Kürzel für Nikon Objektive, die nur für APS-C-Kameras geeignet sind
  • IS, OS und VR sind Bezeichnungen verschiedener Hersteller für den im Objektiv integrierten Bildstabilisator
  • USM, HSM, SDM, USD, AF-S und SSM sind Abkürzungen, die verdeutlichen, dass das Objektiv mit einem Ultraschallmotor fokussiert, um ein schnelles und geräuscharmes Scharfstellen zu ermöglichen
  • AF-P ist Nikon-Kürzel, mit denen Objektive gekennzeichnet werden, die über einen Schrittmotor verfügen
  • Das Kürzel EX ist an den Profi-Objektiven von Sigma zu finden, die besonders lichtstark sind


Zoomobjektiv oder Festbrennweite – Was passt zu Ihnen?

Bei der Frage, ob Sie mit einer Festbrennweite oder mit einem Zoom-Objektiv richtig beraten sind, spielen vor allem Ihre persönlichen Vorstellungen und Gewohnheiten beim Fotografieren eine wichtige Rolle. Beide Varianten haben einige Vor- und Nachteile, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen möchten, damit Sie leichter die richtige Entscheidung treffen können. Die Vorteile von Festbrennweiten sind:

  • Sehr gute Lichtstärke, sodass auch Aufnahmen bei schlechtem Licht verwackelungsfrei möglich sind
  • Die Blende lässt sich weit öffnen, sodass ein schönes Bokeh entsteht, was in der Portrait-Fotografie erwünscht ist
  • Der Preis ist im Vergleich zu Zoomobjektiven günstiger, weshalb Sie auch für den kleinen Geldbeutel schon lichtstarke Festbrennweiten kaufen können

Der größte Nachteil der Festbrennweiten besteht darin, dass sie auf einen Brennweitenwert festgelegt sind. Sie können daher nicht schnell auf Fotomotive reagieren, indem Sie einfach zoomen, wie das bei Zoomobjektiven möglich ist. Damit ergeben sich für Objektive mit Zoom die folgenden Vorzüge:

  • Ein hohes Maß an Flexibilität dank der Zoomfunktion
  • Objektivwechsel sind deutlich seltener erforderlich

Dafür sind Zoomobjektive jedoch teurer und häufig nicht so lichtstark wie Festbrennweiten.


Welches Objektiv eignet sich für welche Einsatzbereiche?

Die derzeit erhältlichen Optiken lassen sich anhand des Brennweiten-Bereichs, den sie abdecken, in verschiedene Kategorien unterteilen. Dazu gehören:

  • Superweitwinkelobjektive mit Brennweiten von 20 Millimetern oder weniger
  • Weitwinkelobjektive mit Brennweiten von 20 bis 50 Millimetern
  • Normal- oder Standardobjektive mit Brennweiten von etwa 50 Millimetern
  • Teleobjektive mit Brennweiten von mehr als 135 Millimetern
  • Superteleobjektive mit Brennweiten von mehr als 300 Millimetern
  • Superweitwinkel- und Weitwinkelobjektive können einen großen Winkel auf dem Bild darstellen. Aus diesem Grund werden die Optiken mit diesem Brennweiten-Bereich vor allem für Landschaftsaufnahmen, für die Reisefotografie und für die Architekturfotografie verwendet.

Als Superweitwinkel gelten Objektive, die Brennweiten von 20 Millimetern oder noch weniger aufweisen. Normalobjektive umfassen einen Brennweiten-Bereich von 50 Millimetern. Dieser entspricht ungefähr dem Sichtwinkel des menschlichen Auges. Viele Objektive verfügen über eine Zoomfunktion im Bereich von 50 bis 100 Millimetern. Sie sind auch als Standardobjektive bekannt. Normal- und Standardobjektive sind flexibel einsetzbar und eignen sich gut für die Portrait- und die Reisefotografie.

Zu guter Letzt gibt es noch die Teleobjektive. Grundsätzlich ist ab etwa 70 Millimetern von einem Teleobjektiv die Rede, allerdings gelten oft erst Modelle mit Brennweiten von wenigstens 135 Millimetern als echte Teleobjektive. Sie sind in der Lage, Objekte in weiter Entfernung heranzuholen und sie zu vergrößern. Dadurch wird der Bildwinkel verkleinert, sodass weniger vom Motiv auf das Bild passt. Teleobjektive kommen für die Sport-, die Wildtier- und die Portrait-Fotografie in Frage. Um auch sehr weit entfernte Motive formatfüllend aufzunehmen, werden Superteleobjektive mit Brennweiten von mindestens 300 Millimetern eingesetzt. Da sie sehr teuer sind, kommen Sie aber fast ausschließlich für professionelle Anwendungsbereiche zum Einsatz.